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Ein Zeichen, das bleibt.
Ein Familienlogo wirkt auf den ersten Blick schlicht.
Ein Zeichen. Ein Symbol. Vielleicht nur ein Buchstabe.
Und doch kann genau das zu einem starken pädagogischen Angebot werden – für junge Menschen mit komplexer Behinderung und für ihre Familien.
Denn Beziehung entsteht nicht erst im Gespräch.
Sie entsteht im Wiedererkennen.
Wenn Beziehung keinen Ausdruck findet
Viele junge Menschen mit komplexer Behinderung erleben ihren Alltag stark fragmentiert.
Unterschiedliche Bezugspersonen.
Wechselnde Orte.
Viele Handlungen, die an ihnen geschehen, aber wenig, das sich gleich anfühlt.
Für uns ist Familie oft ein Gefühl.
Für diese Kinder braucht es etwas Konkreteres.
Etwas, das wiederkehrt.
Etwas, das gleich bleibt.
Etwas, das sagt: Hier gehöre ich dazu.
Ein Familienlogo setzt genau hier an
Nicht als Bastelidee.
Sondern als Beziehungsangebot.
Ein gemeinsames Symbol schafft einen Bezugspunkt, der unabhängig von Sprache funktioniert. Es taucht immer wieder auf – im Buch, im Zimmer, im Alltag.
Ein Zeichen wird erkennbar.
Ein Zeichen wird vertraut.
Ein Zeichen verbindet Situationen miteinander.
Warum das gerade jetzt relevant ist
Die Adventszeit bringt viel Bewegung ins System.
Besuche. Termine. Geräusche. Licht. Erwartungen.
Für viele Kinder mit komplexer Behinderung bedeutet das Überforderung.
Ein Familienlogo wirkt hier wie ein innerer Anker.
Etwas Bekanntes in einer dichten Zeit.
Etwas, das Orientierung gibt, wenn außen viel passiert.
Pädagogisch gedacht bedeutet das:
Beziehung stabilisiert – und Stabilität schafft erst die Möglichkeit, Neues auszuhalten.
Was pädagogisch dahintersteht
In der Basalen Stimulation ist Beziehung untrennbar mit Orientierung und Sicherheit verbunden.
Es geht nicht darum, etwas zu erklären.
Es geht darum, erfahrbar zu machen.
Ein Familienlogo bietet genau das:
– ein Zeichen, das wiedererkannt wird
– eine visuelle Konstante im Alltag
– eine Möglichkeit, Zugehörigkeit nonverbal zu erleben
– einen gemeinsamen Bezugspunkt für Kind und Familie
Beziehung wird nicht hergestellt.
Sie wird angeboten – immer wieder.
Beziehung beginnt vor dem Zeichnen
Entscheidend ist nicht das fertige Logo.
Entscheidend ist der Weg dorthin.
Bevor gezeichnet wird, beginnt das Sammeln.
Was verbindet uns als Familie?
Was taucht bei uns immer wieder auf?
Was mögen wir alle?
Was macht uns aus?
Manchmal ist es ein Buchstabe.
Manchmal ein Tier.
Manchmal ein Alltagsgegenstand mit Bedeutung.
Bei einer Familie sind immer alle Scheren verschwunden.
Bei einer anderen essen alle gern rote Beete.
Eine dritte verbindet Schwippbögen mit Zuhause.
All das zählt.
Alles, was Bedeutung hat, ist geeignet.
Warum das für das Kind so wichtig ist
Ein Symbol kann gesehen werden.
Es kann wiedererkannt werden.
Es kann Sicherheit geben – auch ohne Sprache.
Das Kind erlebt:
Ich werde wahrgenommen.
Ich gehöre dazu.
Etwas bleibt gleich.
Beziehung wird nicht erklärt.
Sie wird gespürt.
heute geöffnet – nur für diesen Tag
Dieser Impuls ist Teil meines Adventskalenders für junge Menschen mit komplexer Behinderung und ihre Bezugspersonen.
Jedes Türchen bleibt nur 24 Stunden geöffnet und verschwindet danach wieder aus dem öffentlichen Bereich.
Wenn Sie mehr Hintergrund möchten – mehr Pädagogik, mehr Einordnung, mehr konkrete Impulse – dann tragen Sie sich für die basal-bewegt Post ein.
Dort erhalten Sie jeden Morgen vor 8 Uhr den jeweiligen Impuls:
ruhig erklärt, fachlich fundiert und so aufbereitet, dass er direkt in den Alltag einlädt.
Ich wünsche Ihnen einen verbindenden Moment heute.
Vielleicht genau diesen einen, in dem ein Zeichen sagt: Wir.
basal-bewegte Grüße
Martina Götschel